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Good bye

Irgendwann ist auch die schönste Zeit zu Ende. So auch bei mir und ich bin nun wieder in Deutschland.

Mitgenommen habe ich unglaublich viel, nicht materiell, da bin ich wieder mit 2 Koffern gegangen …

In CMR ist immer was los.

Geht man auf die Straße, trifft man so gut wie immer Leute, die man kennt oder die zumindest einen selbst kennen und nie einem Schwätzchen abgeneigt sind. Das Bier ist äußerst süffig, billig und der einfachste Möglichkeit Kontakte zu knüpfen. Niemand würde die Einladung zu nem Abend in der Kneipe ausschlagen, langfristige Verabredungen gibts nicht. Meine Abschiedsparty habe ich einen Tag vorher angekündigt und meine Lieblingsmenschen eingeladen und nur zwei konnten nicht, weil sie grad im Busch unterwegs waren. Über 30 Leute kamen letztendlich!

Alle  Arten von Service sind unkompliziert und einfach zu haben, auch wenn die Leute es gern übertreiben und – um ihre überaus große Servicebereitschaft zu zeigen – auch gern 6 mal kommen, um eine Türklinke zu befestigen.

Die Stoffe sind einfach ganz wunderbar, solche Muster und Farben sind in Deutschland nicht existent! Mit der Schneiderin muss man ein wenig Glück haben aber wenn die einen gut kennt, dann klappt das Anpassen auch gut. Vorhaltungen inklusive und gratis, warum man denn schon wieder 2 cm weniger an dieser oder jener Stelle habe.

Die Früchte wie Mango, Ananas, Papaya, Avocado sind einfach oberlecker hier und so gut in Deutschland nicht zu bekommen.

Ich konnte ausprobieren, wie es sich mit Hund und Wächtern lebt. Ich konnte und musste mein Allrad in echt auf Vulkangestein und schlimmsten Schlammlöchern benutzen und genießen und nicht auf irgendwelchen präparierten Strecken.

So kann ich noch lang weitermachen. Und da fällt mir ein, dass ich doch ein ganz besonderes und einzigartiges Souvenir mitgenommen habe. Wer mich gut kennt und mehr wissen will, melde sich per Mail ;o)))

Ansonsten GOOD BYE und vielen Dank, dass Ihr alle mitgelesen und mitgelitten oder -gelacht habt.

dass man, wenn man etwas experimentell veranlagt ist, hier viele Dinge ausprobieren kann.

Wie zum Beispiel die Selbstdiagnose von Krankheiten, sowie deren Behandlung.

Mittlerweile finden sich detaillierte Beschreibungen jeglichen Befalls mit Parasiten, Viren und anderen Trochowskis im Internet. Der mutige Selbstbehandler schlägt nach, identifiziert Wirkstoffe zur Behandlung und kauft alles easy in der nächsten Pharmacy. Zur Absicherung befragt man den in der Erkennung und Behandlung diverser Leiden umfassend qualifizierten Kameruner

Keine Rezeptpflicht, Wartezeit und eventuelle Infektion mit weiteren Trochowskis im Krankenhaus, keine Meldepflicht beim Amtsarzt für gemeingefährliche Seuchen und garantierte Heilung.

Sehr praktisch.

Korruption ist eine Sünde. Schlimmste Sünde. Furchtbar und verdammenswert.

Nicht aber, wenn es einem nützt. Wenn es z.B. beschleunigt, dass man einem PiPi – einen Pass – bekommt. Wenn man den in nur 5 Tagen statt in 2 – 4 Monaten bekommen kann.

Bei uns heißt das dann “Express-Pass” und dauert 48 Stunden und kostet ca 90 Euro. Oder auch “vorläufiger Reisepass” und kostet dann nur 26 Euro, geht aber sofort.

Hier kostet es ebenfalls ca. 100 Euro, die man dem zuständigen Beamten zustecken muss. Der muss wiederum seinen Kollegen Passmachern was zustecken, die wieder dem Stempler, die dem Zurückbringer usw. Bedenkt man das alles, ist 100 Euro direkt noch wenig. Ok, man hat einen Haufen Fahrerei, kann sich nicht offiziell beschweren, wenn es dann doch nicht schneller geht und alles ist natürlich streng geheim. PiPi.

Haben wir nun unsere Korruption nur legalisiert? Man zahlt einfach mehr für besseren, schnelleren, effizienteren etc. Service? Das ist doch genau, was Korruption ist, manchmal jedenfalls.

Ich bin natürlich nicht für Korruption, ich bin für Transparenz und gleiches Recht für alle. Korruption ist eine Sünde. Schlimmste Sünde. Furchtbar und verdammenswert.

Und noch einer:

Eine Kamerunerin hat einen chinesischen Freund. Die Eltern, Freunde, Geschwister sind alle dagegen und reden ihr zu, doch Schluss zu machen: mit einen Chinesen – das könne doch nicht funktionieren!

Dann wird die Frau schwanger. Nach 7 Monaten hat sie eine Fehlgeburt. Sie jammert und weint und ist zu Tode betrübt.

Die Freunde sagen: Was hast du denn erwartet, man weiß doch, dass Sachen aus China keine Qualität haben und nicht lange halten!

aber hier geht es!

Ein kleiner Junge steht weinend vor seinem Haus.

Ein Passant fragt: Warum weinst du denn?
Junge: Meine Mutter schlägt mich immer!
Passant: Dann geh doch zu deinem Vater!
Junge: Na der ist doch der Schlimmste – der schlägt mich noch mehr!
Passant: Na wohin willst du denn dann?
Junge: Zu den Indomitable Lions – die schlagen niemanden!

Man bekommt monatelang Stromrechnungen für um die 3.000 frs (4,50 Euro).

Dann plötzlich zwischendurch eine für 15.000! Als das das letzte Mal passierte, war es kurz nach meinem Kühlschrankkauf. Dachte ich noch – ok, der verbraucht aber ganz schön, aber Luxus ist eben nicht billich.

Das war im November.

Dann diesen Monat wieder: 24.000!! Könnte man nun den Schluss ziehen, dass alle halbe Jahre Geldmangel bei Sonel (dem Stromversorger) herrscht? Dass dann alle Kunden in den besseren Wohngebieten zur Kasse gebeten werden?

Oder will man die Kunden nicht mit ständig mittelhohen Rechnungen belästigen, statt dessen gibt es immer extrem niedrige – die Kunden sind happy und nur einmal im halben Jahr sauer.

Beschweren kann man sich, es ist aber zwecklos. Die Rechnungen werden irgendwo in Yaounde ausgestellt und wenn man nicht bezahlt, wird einem nach kürzester Zeit der Strom gekappt.

Der Kollege, der einst die Zahlung verweigerte, hängt heute noch am Stromzähler des Nachbarn und der Nachbar diktiert den Preis.

Get fat and enjoy!

Mit dem Essen ist das hier wirklich so ne Sache. Immer noch.

Wahrscheinlich wäre so mancher froh, sagen zu können – hey, ich hab 10 kg abgenommen. Ich allerdings mach mir langsam Gedanken, was ich demnächst anziehen soll.

Da google offensichtlich auf alles Antworten weiß, dacht ich mir, da frag ich doch mal direkt nach: “Liebes google, wie kann ich dicker werden?”

Immerhin gab es fast 11 Millionen Ergebnisse.

Ein paar Ideen:

  • jeden Abend ein alkoholfreies Weizenbier trinken (alkoholfrei und Weizen gibts hier nicht, aber Alkohol und Mais, durchschnittlich 0.65 l pro Tag zeigten keine Wirkung bisher)
  • Sport machen (ich dachte, davon nimmt man ab?)
  • Du könntest jetzt in der Pubertät sein, ein bis zwei Jahren dürfte sich das geregelt haben (definitiv: nee)
  • Geh einfach zum Arzt (Wusste gar nicht, dass man beim Anblick eines Arztes dick wird)
  • “Alles, was mein Auge sehen kann in der Kaufhalle, setzt an” (nicht realisierbar, da keine Kaufhallen verfügbar)
  • Pille und kein Sex (ähm, ja, ok)
  • Du bist noch im Wachstum, mache dir keinen Stress, dass wird schon (das wär schön,  gib mir mal noch 10 cm!)
  • Durch Arbeitslosigkeit ( Arbeit gibts hier für die nächsten xxxtausendhundertvier Jahre)
  • Fettiges essen (habt ihr schon mal ein Jahr lang over oily food gegessen?!)
  • Ich gebe dir was von meinem Fett (ja in cooperation mit dem Arztbesuch klingt das machbar)

Im allgemeinen habe ich den Eindruck, die Leute nehmen das Thema nicht allzu ernst, was schade ist.

Inbesondere hier in Afrika ist Dünnsein eine echte charakterliche Schwachstelle und erschwert die Kommunikation. Eine Schrei aus einem dicken Körper klingt doch viel eindruckvoller. Und auch die gemächliche Art zu laufen (chamäleon like), ist wesentlich einfach zu realisieren, wenn man eine rundlich Gestalt hat.

Ich denke darüber nach eine “Get fat and enjoy” – CIG zu gründen (CIG: common initiative group = Verein).

Heute morgen kam im Radio, dass die regionale Forstverwaltung (in short: “delegation”) einen Elefant beschlagnahmt hat.

Hier am Berg haben wir ja Waldelefanten. Und es gibt immer Leute, die sich über von Elefanten zerstörte Farmen beschweren. Immer wieder sieht man bei Leuten hinterm Haus Affen angebunden, warum also nicht auch ein Elefant.

Im Radio wurde gesagt, dass der Elefant jetzt vor der Forstverwaltung steht und man dabei ist, ihn nach Yaounde in den Zoo zu transportieren. Und wenn Leute den sehen wollen, sollen sie sich beeilen und sofort zur “delegation” kommen.

Das war ein Schauspiel heute morgen! Normalerweise, wenn ich so um 8 ins Büro komme, ist noch nicht allzuviel los. Heute dagegen: Taxis, big cars mit der ganzen Familie drin, Leute, die zur delegation rennen – mit Videokameras, Fotoapparaten, Handys …

April, April.

Wassertag

Hier ist gerade Trockenzeit.

Das heißt Wasser ist knapp (sollte man ja nicht glauben in einer der regenreichsten Gegenden der Erde) und wird rationiert und wenn ein Haushalt mehr als 5 m3 im Monat verbraucht, dann wird der m3 Preis verdoppelt.

Mit der Rationierung ist das so ne Sache: Ich sollte jeden zweiten Tag Wasser haben. Zumindest morgens – aber abends habe ich sowieso auch in der Regenzeit kein Wasser. Es kann aber auch schon mal vorkommen, dass ich 4 Tage gar kein Wasser habe.

Wenn also Wassertag ist, heißt es alles machen, wofür man Wasser braucht: Boden wischen, Wäsche waschen, Geschirr spülen, Blumen gießen, Eimer auffüllen und selbst mal richtig duschen. Das Ganze muss dann so früh anfangen, dass, wenn man am Ende verschwitzt ist und duschen will, auch noch Wasser aus der Dusche kommt – da muss das Wasser ja hochklettern und selbst wenn aus dem Wasserhahn noch welches kommt, muss das nicht heißen, dass aus der Dusche noch was kommt.

Heut habe ich es grad so abgepasst: es hat grad noch aus der Dusche getröpfelt. Immerhin.

Und was es noch wichtiger macht, den Wasser(vormit)tag gut zu nutzen, ist, dass ich ja auch nicht an jedem W-Tag mal einfach zu Hause bleiben kann.

Samstag hatte sich eine wichtige Delegation vom BMZ Deutschland angekündigt. Für die wurde ein field trip organisiert und dann waren wir den ganzen Samstag unterwegs. Um das zu organisieren, waren wir letzte Woche 3 Tage unterwegs in unseren Dörfern. Dann Sonntag gabs ja kein Wasser, Montag unsere Vorstellungsgespräche, Dienstag wieder kein Wasser, naja und dann heute…

Vorstellungsgespräche

Wir suchen neue “Service Provider” für unser Baumschulen-projekt.

Nur allein Training reicht nicht. Man braucht jemanden, der “Capacity building” macht. Generell heißt das, die Leute trainieren in Planen und Weiterverfolgen von Aktivitäten, wie verwaltet man einen Verein – Meetings planen, Minutes schreiben, wie macht man Buchführung und wie macht man es transparent für alle, welche Rechte haben die Mitglieder usw.

Dazu ist es aber dringend nötig, das Projekt zu “pushen”. Also immer hinterher sein, dass bewässert wird, das die Bäume ausgepflanzt werden, dass es eine klare Aufgabenteilung gibt, Beistand leisten, wenn es Konflikte gibt.

Wenn wir das nicht machen, ist es oft leider so, dass es nicht läuft.

Für diesen Job also suchten wir neue Leute. Die kriegen dann “on-the-job-training” von einem unserer erfahrenen Mitarbeiter. Erfahrung war also keine Voraussetzung.

23 hatten sich auf unsere Anzeige beworben, 6 wurden eingeladen, 3 kamen letztendlich. Bei zwei Stellen, die wir besetzen wollten, bleibt da keine große Auswahl – aber letztlich kamen wohl die motiviertesten.

Die mussten sich erst vorstellen und dann ein “technical proposal” präsentieren, welches sie schon für ihre Bewerbung vorbereitet hatten.

Des war die Aufgabe:

A development project is supporting 10 groups of farmers in 10 villages on the establishment of nurseries for fruits, timber and fuel wood trees. With the raised seedlings, the groups can sell to generate income, and also do enrichment planting on their own farms. As a consultant employed to support this group, develop a strategy to ensure the production and marketing of the products.

Der letzte war besonders kreativ und hat ganz lustige Kärtchen gemalt. Klar, dass der jetzt dabei ist!

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