Ich bin unglaublich im Rückstand mit meiner Artikelschreiberei. Nochmal: Es tut mir leid.
Dabei ist soviel passiert! Da müsste ich erzählen, wie schwierig und auch irgendwie lustig und unmöglich es ist, Kostenvoranschläge zu besorgen, ich müsste von unserem Hühnerprojekt berichten, vom Schneidern meiner neuen Klamotten, meiner Hausverschönerungsaktion, von meiner neuen Katze, die Castel heißt (wie mein Lieblingsbier hier), die aber inzwischen schon wieder verschwunden ist, davon, dass ich mir einen Kühlschrank gekauft habe und ein Regal bauen lasse, davon, dass es hier gerade echt heiß her geht, weil Kakaoernte ist und alle etwas durchdrehen …. von tausend Sachen ebend.
Aber ich habe keine Zeit. Ich arbeite, arbeite, arbeite. Ich weiß nicht, wie das jemals besser werden soll. Am Anfang dachte ich mir ja: Ok, lass mich mal so 6-10 Projekte anleiern und dann fahre ich schön rum in den Dörfern und gucke mir nur noch an, wie alles läuft. Geht nicht.
Wieso nicht?
Nur ein Beispiel: Für jedes Projekt wird neuerdings eine cost benefit analysis gefragt, also so ne Art Deckungsbeitrag. BEVOR überhaupt ein Vertrag unterschrieben wird.
Da waren wir letzten Mittwoch im Dorf und haben geschlagene 5 Stunden mit einem Kakaofarmer zugebracht. Wenn jemand noch NIE Aufschriebe über Kosten gemacht hat, geschweige denn über Mengen … da muss man mühsam erstmal jede Anfrage erklären und dann die Zahl versuchen rauszufinden.
Je nach Natur der Anfrage wird dann mehr oder weniger maßlos über- oder untertrieben. Geht es also um Ausgaben, sind die natürlich immens hoch, geht es um Einnahmen – immer gering. Man muss ja auch zeigen, wie sehr man leidet (“Madame, we are suffering, we are still suffering”), damit auch ja der Support nicht eingestellt wird.
Für die Aktion bin ich um halb 6 aufgestanden, 4 Stunden über absolute bumpy and stony Roads dahin gefahren, dann (es war natürlich noch nicht dunkel, haha) wieder zurück im Regen, wo mein Auto dann von inzwischen Hochwasser führenden Fluss weggeschwemmt wurde. Dann verbrachten wir ungefähr 5 Stunden im Wasser (nein, es war immer noch nicht dunkel). Zum Glück lief das Auto noch, wenn auch mit merkwürdigen Geräuschen. Glücklicherweise noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir Buea.
Danach war dann mein Auto erstmal 2 Tage in der Werkstatt und ich war auch ziemlich platt. Und das Ganze nur für EINEN DB von EINEM Farmer für EIN Projekt. Man mulitpliziere nun mit 21 Dörfern und 5 – 6 Projekten pro Dorf a 10 – 20 Farmer. Mein Gott.
Naja, natürlich will ich nicht heulen, wirklich heulen tu ich nur, wenn meine Katze jetzt für immer weg ist und der Kühlschrank den Geist aufgibt. Sowas ist hier nämlich schweineteuer.
Es grüßt Merger, immer um Optimismus bemüht, auch wenn man es nicht merkt.